Unsere Bienen


Wesensgemäße Bienenhaltung

Wir halten unsere Bienen wesensgemäß in Beuten, die nicht mit Lack gestrichen werden und die bestimmte Maße haben, damit die Bienen ihrem Wesen entsprechend den Innenausbau gestalten können.

Da wir inmitten eines Landschaftsschutzgebiet und am Rande eines Naturschutzgebietes wohnen, erfüllen wir die Voraussetzung für eine Bio-Zertifizierung.

Wir sind sehr froh, daß wir wenig landwirtschaftliche Flächen um uns herum haben, wo die Bienen sich an Neonikotinoiden vergiften könnten.

Wir sind umgeben von Akazien und Obstbäumen als Frühtracht, Linden als Haupttracht und wir haben das Glück, daß es in der Umgebung noch viele alte brachliegende Gelände und ehemalige Gärtnereien gibt.

Hier hat sich die Goldrute massenhaft ausgebreitet, sodaß unsere Bienen bis in den Oktober noch Nahrung finden. Und somit auf ihrem eigenen Honig überwintern können.

 Das wiederum bedeutet, dass wir nicht/bzw. selten und sehr wenig zu füttern müssen. 

Das ist sehr ungewöhnlich. "Normalerweise" werden Bienen mit aufbereitetem Industriezucker über den Winter gefüttert. Unserer Logik nach, kann aus Industriezucker kein Mensch und auch keine Biene Energie und Lebenskraft ziehen und auch nicht gesund bleiben. Wenn wir zufüttern dann nur ....Bio....

 

Ein Zertifikat unseres Tuns haben wir nicht, weil sich das für uns als Hobbyimker nicht rechnet, es ist einfach zu teuer. Uns gefallen von allen Bio-Zertifizierungen und Statuten die der Demeter-Imker am besten und so imkern wir nach diesen.

 

2015 machte mein Mann einen Imker-Lehrgang in den Prinzessinengärten in Berlin. Auch dieser Lehrgang richtet sich nach diesen Statuten.

 


 

 

Was genau heißt nun Wesensgemäße Bienenhaltung ?
Wir sind Mitglied bei

Mellifera e. V.

Pionier für wesensgemäße Bienenhaltung

 

 


Bienentanz und Wasserholer

Bienen sind faszinierende Tiere.

Ihre Tänze sind Beschreibungen zu neuen Nahrungsquellen. Sie tanzen den Weg. Es gibt ja auch Menschen, die ihren Namen tanzen, aber das gehört hier nicht her.

Die Bienen tanzen also den Weg. Nicht nur das, sie tanzen den Weg auch so, daß dieser Weg von den anderen Bienen bei den unterschiedlichen Sonnenständen gefunden wird.

 

Ich glaube Naturvölker, wie die Ureinwohner Australiens, tanzen auch Wege, aber das kann auch eine TV-Weisheit von mir sein.

Okay, weiter zu den Bienen.

 

Die alten erfahrenen Bienen sind die Wasserholer.

Sie wirken auf mich manchmal griesgrämig. Sie haben oft einen ganz struppigen "Pelz".

Trotzdem sie diese Bienen nie aggressiv bei uns, sie arbeiten, da passt Aggression nicht hin.

Wir haben in den letzten Jahren viele Tränken für unsere Bienen ausprobiert. Ganz interessant für uns war als in 2014 endlich eine Tränke richtig funktionierte, in der keine Bienen mehr ertranken.

Und was mußten wir 2015 beobachten? Massenhaft Bienen ertranken in der 10 mal 10 cm großen Fläche einer ganz praktischen Hühnertränke.

Woran lag es?

Des Rätsels Lösung war, daß alle neu geschlüpften Bienen bei uns immer erst ausschließlich BLAUE Flächen anfliegen zum Trinken.

 

Blau gleich Wasser.

 

Ein Stück alte blaue Plane, der blaue Planschteich der Enten und so weiter. Bis alle dann gelernt haben wieder die unglaublich praktische Bienentränke anzunehmen. Leider ertrinken viele Bienen an den Rändern der ungeeigneten Tränken.

Dieses Jahr werden ich alle blauen Behälter wegtun, und nur in der Bienentränke blau nutzen.



Die Wächter

Ein weiterer wichtiger Posten ist der Wachschutz. Und auch hier wieder das faszinierende. Bienen aus anderen Völkern werden vehement abgewiesen. Es sei denn sie bringen Honig mit. "Einbetteln" nennen das Imker. Selbstverständlich werden auch Hornissen und andere Bienenfresser abgewehrt. Und manchmal auch der Imker.

 

Wenn der Zeitpunkt schlecht gewählt ist dann sollte man ohne Schutz nicht zum Volk. Also beim Rasenmähen zum Beispiel, das mögen unsere Bienchen nicht so gerne. Aber sie sind berechenbar.

Wenn eine Biene einem ins Gesicht fliegt, dann ist das eine deutliche Warnung. wer das nicht versteht, wird von zwei  oder drei Bienen gezielt angeflogen und wer nicht gerade Rheuma hat und eine Dosis Bienengift erhalten möchte, sollte sich jetzt schnell zurückziehen.

Ich tue das im Laufschritt. Langsam kann jeder.

 

Im Gegensatz zu gefährlichen angriffslustigen Bienen, die es nicht in Deutschland gibt und bei denen diese Warnstufe nicht vorkommt, wo ein großer Teil des Volkes sofort angreift, finde ich diese "Ansage" sehr aussagekräftig. Manchmal entwickelt sich ein Volk dennoch etwas aggressiver als gewollt. Hier wird die Königin ausgetauscht.



Bienenrassen

Es gibt viele Bienenrassen. In Deutschland war die schwarze Biene bis zu ihrer Ausrottung im 3. Reich beheimatet. Durch einen Österreicher mit Schnauzbart, der Deutschland in den Krieg führte, bekamen wir die Carnica. Eine österreichische Bienenrasse.

Diese Bienenrasse hat in unseren Augen viele Nachteile. Gewerbliche Imker nutzen meist die Buckfast Biene.

Wenn ich ganz laienhaft eine Beschreibung dieser Rasse machen darf. Es ist das Äquivalent zum Hybridhuhn. Die Buckfast ist friedfertiger als die Carnica, sie ist weniger schwarmfreudig, was wirklich sehr entspannend ist. Dennoch vermehrt sich diese Biene auch durch "Schwärmen", so man sie denn lässt.

Unsere Bienen sind Mischlinge. Eine sogenannte Landbiene.

Und das ist auch gut so!



Bienenvermehrung

Bienen vermehren sich ganz simpel.

 

Um eine bestimmte Jahreszeit im Frühjahr, wenn eine neue Königin nachgezogen wurde vom Volk, dann wird die alte Königin den Stock verlassen.

Wenn der Imker Glück hat, dann setzt sich der Schwarm in erreichbare Höhe, zum Beispiel wie oben auf dem Bild ist jedes Jahr ein Schwarm in unserem alten Pflaumenbaum.

 

Es ist sensationell, wenn ein Schwarm abgeht. Letztes Jahr war ich zum wiederholten Male dabei und stand unter einem sich auftürmenden summenden, brummenden Schwarm. Es ist ein Naturereignis. Dann setzen sie sich, manchmal leider auch in die Eiche in 30 m Höhe. Leider, weil unsere Honigbienen in Deutschland nicht mehr überleben in der Natur. Sie brauchen den Menschen.

 

Der schlaue Imker kommt dann natürlich schnell auf die Idee, den Königinnen die Flügel abzuschneiden und sowieso, die Drohnenbrut wird ausgeschnitten.

Dieses Verfahren könnte ich als emanzipierte Frau der Generation der 60iger Jahre des vorigen Jahrhunderts ja noch gutheißen, aber es geht nicht um Menschen, sondern um INSEKTEN.

 

 

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Ein Schwarm in unserem Pflaumenbaum

Ich gehe hier ganz klar konform mit der "Kommune 1" und bin für "freie Liebe" bei Insekten.

 

Und dazu gehört nun mal die männliche Drohne. Das sind übrigens die dicken Brummer ohne Stachel. Sie sind besonders laut und groß und machen auf "dicke Hose", aber wie gesagt, ohne Stachel.

Nach vollendeter Begattung, werden sie von den weiblichen Bienen einfach aus dem Stock geschubst, getragen, rausgeschmissen und müssen kläglich sterben. Also doch ein bisschen "Emma" im Abgang.

 

Übrigens, den ein oder anderen metrosexuell ausgerichteten modernen Menschen wird es freuen zu erfahren, dass Bienen geschlechtsneutral sind und dann je nach Bedarf Arbeiterin, Königin oder Drohne wird. ( Anmerkung Heike: hier wird ergänzt und berichtigt, da es so nicht ganz richtig ist.)